Logos AK, Stadtteillverein und Geschichtswerkstatt mit Panoramabild des Geländes

Annedore & Julius Leber

Ehepaar Leber auf einer Bank, Travemünde

Annedore und Julius Leber 1928. Foto: Annedore und Julius Leber Archiv

Julius Leber wurde im März 1933 nach seiner Wiederwahl als sozialdemokratischer Reichstagsaberordneter verhaftet. Erst 1937 wurde er aus dem Konzentrationslager entlassen. Während seiner Haft baute seine Frau Annedore in Berlin eine neue wirtschaftliche Existenz für ihre Familie auf. Sie betrieb einen Modesalon und arbeitete ab 1938 in der Schnittmusterabteilung des Deutschen Verlages. Die Familie lebte im Eisvogelweg 71 in Berlin-Zehlendorf. Freunde vermittelten Julius Leber eine Stelle in der Kohlenhandlung „Bruno Meyer Nachfahren“, in der er 1939 Teilhaber wurde. Er baute Kontakte zu NS-Gegnern auf und stand 1944 im Zentrum der Verschwörung, an der sich militärische und zivile Kreise beteiligten. Am 5. Juli 1944 verhaftete ihn die Gestapo in der Kohlenhandlung. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn zum Tode, das Urteil wurde am 5. Januar 1945 in Plötzensee vollstreckt.

Anndore Leber war ebenfalls von August bis September 1944 in Haft. Nach Kriegsende baute sie die im Krieg zerstörte Kohlenhandlung wieder auf. In ihr betrieb sie auch ihren Verlag, in dem sie Bücher zum Widerstand veröffentlichte. Annedore Leber war Bezirksverordnete in Berlin-Zehlendorf und Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Sie starb 1968.

Biografie Annedore Leber

Annedore Leber sichert während der Haft ihres Mannes die wirtschaftliche Existenz der Familie und kämpft für seine Freilassung. Nach dem Krieg baut sie die Kohlenhandlung wieder auf, veröffentlicht Bücher zum Wiederstand in ihrem Verlag und wird Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses.

Biografie Julius Leber

Julius Leber ist Sozialdemokrat, Reichstgsabgeordneter und Widerstandkämpfer gegen den Nationalsozialismus. Er steht im Zentrum der Verschwörung gegen das NS-Regime. In den Umsturzplänen der Kreise um Stauffenberg ist er als Innenminister vorgesehen.